09. August 2018

Cora van der Kooij (1946-2018)

Begründerin des mäeutischen Pflegemodells verstorben

Cora van der Kooij, Begründerin des Mäeutischen Pflege- und Betreuungsmodells verstarb am 8.8.2018 im 73. Lebensjahr in einem Hospiz in Utrecht. Ihr Modell des verletzlichen Menschen im Mittelpunkt und dessen Begleitung ist ein Meilenstein in der Achtsamkeit und Wertschätzung jener Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Die CS Caritas Socialis führte das Pflege- und Betreuungsmodell bereits 2003 ein. Gemeinsam wurde an der Weiterentwicklung gearbeitet.

 

 

Vita Cora van der Kooij

Cora van der Kooij wurde 1946 in Amsterdam geboren. Als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson richtete sie ihr Augenmerk von Beginn an auf die psychischen und emotionalen Aspekte der Pflege und Betreuung. Ihr Fokus richtete sich im Lauf der Jahre auf die Arbeit mit hochaltrigen Menschen. Sie entwickelte eine fachdidaktische Methode für die umgangstechnischen und emotionalen Aspekte der Arbeit von Pflegekräften: Das mäeutische Pflegemodell. Das Modell wurde in vielen Pflegeeinrichtungen im deutschsprachigen Raum eingeführt. Basis- und Aufbaukurse wurden von ihr bzw. einem Trainerteam gehalten. 2008 erkrankte sie an Krebs. Bis kurz vor Ihrem Lebensende arbeitete sie an der Weiterentwicklung des Modells für andere Zielgruppen.

 

Das Mäeutische Pflegemodell:  in der CS Caritas Socialis

Das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell stellt die pflegebedürftigen Menschen, die MitarbeiterInnen, die Angehörigen und die Beziehung in den Mittelpunkt. Es basiert auf der Annahme, dass alle Menschen verletzlich sind mit ihren Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen. Auf den Alltag im Pflegeheim angewandt heißt das, dass sowohl MitarbeiterInnen als auch BewohnerInnen als auch Angehörige Lebenskrisen durchgemacht haben und aus schönen Erlebnissen Kraft schöpfen. Wer sich mit seiner eigenen Geschichte, mit seiner Verletzlichkeit auseinandersetzt, wenn im Team darüber gesprochen wird, wie der Bewohner aufgrund seiner Lebensgeschichte und seiner aktuellen Bedürfnisse seine jetzige Pflegesituation erlebt, wird ein Stück weit die gewohnte Haltung: „Wir sind die Professionisten, die die Probleme der BewohnerInnen lösen“ hinter sich lassen. Dafür gewinnt die Menschlichkeit, das Miteinanderleben im Pflegeheim mehr Raum.

Der einzelne Bewohner mit seinen individuellen Bedürfnissen steht im Vordergrund, danach sind alle Pflegehandlungen, die Beziehungsangebote der Pflegenden und die Alltagsgestaltung ausgerichtet. Genauso werden aber auch die MitarbeiterInnen in der Mäeutik ernstgenommen und wertgeschätzt. Auch Angehörige werden in ihrer Erlebenswelt ernst genommen. Mit den Instrumenten der Mäeutik – dem Beobachtungsbogen, der BewohnerInnenbesprechung und der Pflegekarte –  gibt es Anleitungen, wie der Wirklichkeit aller nähergekommen werden kann. Sie unterstützen, ermöglichen sinnvoll zu dokumentieren und geben Orientierung uns anvertraute Menschen zu begleiten.

 

CS Caritas Socialis und das mäeutische Pflegemodell

2003 wurde die CS Caritas Socialis auf das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell aufmerksam und bereits ein Jahr später wurde das Modell in den Wohnbereichen, den Tageszentren und den Wohngemeinschaften eingeführt.  Mit ihr gemeinsam wurde das Modell bis heute weiterentwickelt – z.B. für Menschen mit neurologischen Erkrankungen. 

Cora van der Kooij war Trägerin des Hildegard Burjan Ehrenpreises, der ihr am 30.06.2011 überreicht wurde. Die Cafeteria der CS Rennweg wurde ihr zu Ehren nach dem Umbau „Cafe Cora“ benannt. Mitglieder des CS Mäeutikkreises verabschiedeten sich von ihr im September 2017 in Utrecht. Bis zuletzt waren MitarbeiterInnen der CS Caritas Socialis mit ihr in Kontakt.

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Mag. MBA Sabina Dirnberger-Meixner

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Cora van der Kooij
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Danke Cora!
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